[a:o] › die "gedichte" sind unterschiedlich angelegt
die "gedichte" sind unterschiedlich angelegt
author:
neue zürcher zeitung, andré bucher, 1993
manche loten konkretistisch das klangmaterial der sprache aus und spielen mit rhythmischen mustern, einige bleiben dabei witzig knapp unterhalb der sinnschwelle. viele fassen aber lyrische kompositionen von grosser prägnanz. john lennon wird einmal als vorbild genannt - die direkte aussagekraft und die bildwirksamkeit der beat-lyrik sind hier zu neuem leben erweckt. man kann hier durch klang- und bildwelten taumeln, deren dimensionen sich oft erst bei mehrmaligem hören öffnen. ihren reiz erhalten die texte letztlich durch den vortrag. hintze entfaltet die vorlagen, die in der schriftlichen form oft unscheinbar wirken, präzise und ohne manierierte artistik. er kostet die lautlichen möglichkeiten aus, setzt akzente durch rhythmische artikulation, durch überlagerungen von stimmen und durch die spärlich eingesetzten elektronischen instrumente. die interpretationen nehmen das repertoire der populären musik auf, die reduzierten kompositorischen formen der einstigen neuen deutschen welle oder die sprechgesänge des rap. hintzes einspielungen zeigen überzeugend, dass neue medien zur verbreitung von literarischen texten durchaus ihre berechtigung haben. was die dichtung an die populäre musikkultur verloren hat, gewinnt sie hier ein stück weit zurück.
(andré bucher: neue zürcher zeitung, 14.1.93, über "30 rufe")
manche loten konkretistisch das klangmaterial der sprache aus und spielen mit rhythmischen mustern, einige bleiben dabei witzig knapp unterhalb der sinnschwelle. viele fassen aber lyrische kompositionen von grosser prägnanz. john lennon wird einmal als vorbild genannt - die direkte aussagekraft und die bildwirksamkeit der beat-lyrik sind hier zu neuem leben erweckt. man kann hier durch klang- und bildwelten taumeln, deren dimensionen sich oft erst bei mehrmaligem hören öffnen.
ihren reiz erhalten die texte letztlich durch den vortrag. hintze entfaltet die vorlagen, die in der schriftlichen form oft unscheinbar wirken, präzise und ohne manierierte artistik. er kostet die lautlichen möglichkeiten aus, setzt akzente durch rhythmische artikulation, durch überlagerungen von stimmen und durch die spärlich eingesetzten elektronischen instrumente. die interpretationen nehmen das repertoire der populären musik auf, die reduzierten kompositorischen formen der einstigen neuen deutschen welle oder die sprechgesänge des rap.
hintzes einspielungen zeigen überzeugend, dass neue medien zur verbreitung von literarischen texten durchaus ihre berechtigung haben. was die dichtung an die populäre musikkultur verloren hat, gewinnt sie hier ein stück weit zurück.
(andré bucher: neue zürcher zeitung, 14.1.93, über "30 rufe")